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Alt 15.03.2011, 20:18
Glitz1 Glitz1 ist offline
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Standard Swarovski denkt über Fertigung im Ausland nach

Markus Langes-Swarovski ist mit nur 36 Jahren Chef des Kristallkonzerns – und mit klarem Konzept gegen Angriffe der Billigkonkurrenz.


Ja, sagt Markus Langes-Swarovski, der mit seinem blonden Haar und dem gesunden Teint eher wie ein Surflehrer aussieht als wie der Herrscher über einen Milliardenkonzern: Manchmal reagierten die Menschen schon etwas erstaunt, wenn sie hörten, wie jung er sei. Doch das Erstaunen habe etwas abgenommen, sagt der 36-Jährige und schmunzelt: Er sei ja inzwischen schon neun Jahre an vorderster Front dabei. Und außerdem ist Langes-Swarovski nicht der erste, der in jungen Jahren in eine zentrale Position des Tiroler Kristallunternehmens Swarovski aufrückte. Sein Vater Gernot, der von den Mitarbeitern zärtlich "Gerni“ genannt wird, war gerade einmal 23, als er den Staffelstab übernahm und die Firma zum Weltmarktführer ausbaute. Sohn Markus hat nun die Aufgabe, das Tiroler Unternehmen fit zu machen für die Herausforderungen der Globalisierung.
Markus Langes Swarovski, Vorstandssprecher des Kristallunternehmens Swarovski
Dass er heute an der Spitze des größten Glitzerherstellers der Welt steht, hat er, der zunächst Kunst-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften studierte und dann eine Managementlehre im Familienkonzern durchlief, allem voran der unternehmerischen Weitsicht seines Ururopas zu verdanken: Der gelernte Kristallglasschleifer Daniel Swarovski hatte erkannt, wie sehr Glimmern und Glitzern Menschen von jung bis alt fasziniert und daraus ein erfolgsträchtiges Geschäftsmodell gemacht. Indem er die erste Maschine konstruierte, die in großer Zahl Schmuckkristalle produzieren konnte, legte er den Grundstein für das Imperium, das im vergangenen Jahr weltweit 2,66 Milliarden Euro umsetzte und gut 24?.000 Mitarbeiter beschäftigt.
Billige Kristalle verderben die Preise

Die mit Abstand wichtigste Einkommensquelle ist bis heute das Spiel mit der Magie des Lichtes: Noch immer reißen sich Frauen und Mädchen rund um den Globus um die Schmucksteine aus dem Hause Swarovski, die in 350.000 Variationen erhältlich sind. Nach wie vor finden die Nippesfigürchen aus Kristall ihre Fans. Und mehr denn je sind die Glitzersteine auch in Produkten zu finden, wo man sie eigentlich nicht erwarten würde – sei es in USB-Sticks oder Golftaschen.
Doch sind die Zeiten stürmischer geworden: Nicht nur die Weltwirtschaftskrise hinterließ ihre Spuren in der Konzernbilanz. Schwerer noch wiegt die Vehemenz, mit der Konkurrenten aus Billiglohnländern dem Stammgeschäft der Tiroler zu Leibe rücken. Allen voran der ägyptische Konzern Asfour Crystal verdirbt die Preise, indem er den Markt mit billigen Kristallen überschwemmt. Da kann das österreichische Unternehmen, das noch immer knapp 5300 Mitarbeiter am Stammsitz in Wattens beschäftigt, schwerlich mithalten.

"Wir müssen uns von dem Dogma, allein in Österreich fertigen zu wollen, entfernen“, sagt Markus Langes-Swarovski daher vorsichtig. Nur mit einem "globalen Fertigungskonzept“ könne das Unternehmen dem international stark gewachsenen Druck Herr werden. Dass es nicht einfach sein wird, diese strategische Einsicht in die Tat umzusetzen, ohne den guten Ruf zu verlieren, weiß vermutlich kaum jemand besser als der Chef, der in der 7700-Seelen-Gemeinde Wattens aufgewachsen ist.
115 Jahre ist es her, dass sein Ururgroßvater aus Böhmen nach Wattens zog, weil er die Wasserkraft in den Alpen als Energiequelle für seine Glasschleiferei nutzen wollte. Dank ihm entwickelte sich das Dörfchen zu einer florierenden Vorzeigegemeinde, in der auch heute noch das Schicksal von Tausenden Menschen vom Wohl und Wehe des Swarovski-Konzerns abhängt.
Wie ein Heiliger wird Daniel Swarovski, der in Lebensgröße auf dem Kirchplatz steht, in Wattens verehrt. Markus Langes-Swarovski dürfte es schwer haben, sich vergleichbar tief in die Herzen der Dorfbevölkerung einzugraben. Über Jahrzehnte hinweg war sein Unternehmen der sympathische Heilsbringer der Region; doch schon 2008 musste es 700 Mitarbeiter am Stammsitz in Wattens entlassen.


Und auch wenn Langes-Swarovski sich nach wie vor "als Leitunternehmen Österreichs versteht“ und versichert dass Wattens "Hirn, Herz und bedeutender Produktionsmuskel“ von Swarovski bleiben wird – dem Druck der Globalisierung, im Zuge derer massenhaft Jobs gen Fernost abwandern, wird sich der Mitdreißiger auf Dauer nicht entziehen können.
Dabei sind die Herausforderungen, die der Swarovski-Clan heute zu bewältigen hat, vermutlich noch überschaubar im Vergleich zu der letzten großen Krise, die das Unternehmen an den Rand der Manövrierfähigkeit brachte: Nach dem Ölpreisschock Mitte der 70er-Jahre war der Umsatz des Unternehmens um mehr als ein Drittel eingebrochen – doch statt die Flinte ins Korn zu werfen, startete Markus’ Vater damals die Flucht nach vorn. Mit dem Ziel, sich unabhängiger von der Schmuckindustrie zu machen, begann er Verkäufer mit fertigen Glitzerprodukten zu beliefern, statt wie bis dahin nur die weiterverarbeitende Schmuckindustrie. Richtig aufwärts ging es schließlich wieder dank der Idee eines Technikers, der 1979 zum Spaß aus Lusterkomponenten eine kleine Maus zusammenklebte. Sie wurde ein Verkaufsschlager und das erste eigene Markenprodukt des Tiroler Unternehmens.
An diese Strategie seines Vaters knüpft Markus Langes-Swarovski an. Mehr denn je setzt der Vorstandssprecher des Kristallreichs auf den Verkauf von Markenartikeln, die in einem inzwischen weltumspannnenden Netz von fast 2000 Swarovski- und Partnerboutiquen verkauft werden. Zudem kurbelt der Unternehmer das Geschäft über prominente Kooperationen an, die dem Starkult der Marke Swarowski Nahrung geben: So trat Oscar-Preisträgerin Natalie Portman im Film "Black Swan“ in einem mit Swarovski-Glitzersteinen ausgestatteten Kostüm auf, auf Yachten und Golftaschen ausgewählter Luxusanbieter blitzen die Kristalle, speziell für den roten Teppich beim Cannes-Festival werden Kollektionen entworfen.
Darüber hinaus soll die Marke auch auf andere Bereiche ausgedehnt werden. So geht das Unternehmen ab April mit einer eigenen Kosmetiklinie an den Start und wird gemeinsam mit dem italienischen Hersteller Macolin eine Sonnenbrillenkollektion anbieten. Die Marken-Strategie beginnt sich bereits auszuzahlen: Nach einer Umsatzdelle im Jahr 2008 konnten die Tiroler im vergangenen Jahr die Erlöse wieder auf 2,66 Milliarden Euro steigern, und Forbes bezifferte den Wert der Marke auf stolze 4,6 Milliarden Euro.
Markus Langes Swarovski ist Montagabend um 18.30 Uhr auf n-tv in der Sendung "Chefsache" im Interview mit Sabine Christiansen zu sehen.
DW
Quelle und copyright
Axel Springer AG
Axel-Springer-Straße 65
10888 Berlin
Tel: +49 30 2591 0
Autor: Ileana Grabitz| 07.03.2011 Die Welt
http://www.welt.de/print/die_welt/wi...ie-Massen.html
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Alt 15.03.2011, 20:50
Glitz1 Glitz1 ist offline
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Idee SWAROVSKI braucht Österreich, wie ein Schiff Wasser unterm Kiel!

Schade eigentlich, da Menschen auf der ganzen Welt eigentlich das Wort SWAROVSKI mit Österreich und mit MADE in AUSTRIA verbinden.Swarovski ist sogar im Ausland fast ein Synonym für Österreich geworden.

Diese idée, die Fertigung ins Ausland zu verlagern, ist partout keine idée lumineuse sondern nur eine Notlösung für einige Probleme die zur idée fixe, zur Zwangsvorstellung geworden zu sein scheint.
Aber es öffnen sich damit vermutlich tausend neue Probleme! China ist eine Welt für sich, und die freundlcihen chinesen die immer zu allem nicken und ja und amen sagen meinen meistens etwas ganz naderes. Und wo sonst? Wenn es irgenwo hin soll dann eben dort wo SWAROVSKI ja schon seit je Fuss gefasst hat.

Nur das Made in China wird dann Asfour und den anderen Mitbewerbern den job noch einfacher machen. Früher waren diejenigen auf der Welt die machine cut crystal herstellen konnten handverlesen, heute kann jeder x beliebige ein Swarovski Kristall Komponente kaufen, es durch einen 3D scanner schiessen und zur nächsten Schleiferei zur Fertigung in Auftrag geben. Voila, nous avons un cristaux !

Die Dachmarke SWAROVSKI und alle Ihre anderen Marken und Trademarks alle Produktsegmente werden durch ein Label Made in China vermutlich eine gewaltige Abwertung erleben! Das swarovskianische Premium Marken Geschäft braucht das MADE IN AUSTRIA wie ein Schiff Wasser unterm Kiel!

Swarovski hat schon eh die Österreichische bzw. die Deutsche Heimatsprache aus deren Kommunikationsinstrumentarien exkomuniziert und alles nur noch auf englisch globalisiert. Rationalisierung empirischer englischer Art vereinfacht das internationale Geschäft. Wenn jetzt noch die Kristallproduktion nach Asien verlagert wird, dann Halleluja . Was ist wenn wieder ein Vulkan ausbricht? Die Logistik , die Lieferzeiten? Jetzt auch ohne Vulkan ist bei den Komponenten die in Amerika gefertig werden die Lieferzeit von Artikeln im Standard Programm über 8 Wochen. Wattens aufzugeben wäre jenseits von Gut und Böse.
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